Hornhauttransplantation (DMEK)

Die Hornhaut ist die transparente Windschutzscheibe des Auges. Nur durch eine klare Hornhaut können Seheindrücke ungehindert zum hinteren Augensegment (Netzhaut) weitergeleitet werden. Gutes Sehen ist also nur möglich, wenn die Hornhaut frei von Gefäßen und transparent bleibt.

Diese wichtige Aufgabe kommt der innersten Schicht der Hornhaut zu, dem Endothel. Dessen Zellen arbeiten wie „Pumpzellen“: Sie befreien die Hornhaut ständig von Flüssigkeit und erhalten sie damit in einem transparenten Zustand.

Verschiedene – angeborene wie auch erworbene – Erkrankungen können zu einer Eintrübung der Hornhaut und damit zu einer Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führen. Bei etwa jedem zweiten Patienten mit einer Eintrübung der Hornhaut liegt das Problem im Endothel. Mit zunehmender Funktionsstörung der Hornhautendothelzellen strömt verstärkt Flüssigkeit in das Hornhautstroma (Hauptschicht der Hornhaut). Dies wiederum führt zum langsamen Abnehmen der Sehschärfe, zu deutlicher Blendempfindlichkeit und vor allen Dingen zu einer tageszeitlichen Sehverschlechterung in den frühen Morgenstunden.

Leitender Arzt

 

 

   Univ.- Prof. Dr. Claus Cursiefen

 

 

 

 


Transplantation zur Rettung der Sehkraft

Da das Hornhautendothel keine Regenerationsfähigkeit aufweist, ist in diesen Fällen eine Hornhauttransplantation die einzige Möglichkeit, die Funktion der Innenschicht wiederherzustellen. Neben Erkrankungen des Endothels können auch Entzündungen und Verletzungen sowie angeborene oder erworbene Anomalien der Hornhaut (z. B. Keratokonus) eine Transplantation indizieren.

Neue Operationstechniken

Das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln verfügt über herausragendes diagnostisches und operatives Know-how im Bereich der Hornhautchirurgie. Noch bis vor kurzem galt bei endothelialen Hornhauterkrankungen die durchgreifende Hornhauttransplantation (perforierende Keratoplastik) als Goldstandard. Seit einigen Jahren rückten mit den neu entwickelten Techniken der lamellären Hornhauttransplantationen minimalinvasive Verfahren in den Fokus. Die letzte Weiterentwicklung ist die isolierte Transplantation der Descemet-Membran mit Endothelzellen, kurz als DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) bezeichnet.

Die DMEK ist ein schonendes und effektives Verfahren zur Therapie von Erkrankungen des Hornhautendothels. Bei der DMEK-Operation wird nicht mehr die ganze Hornhaut, sondern nur die erkrankte Hornhautinnenschicht ausgetauscht. Verglichen mit einem kompletten Hornhautersatz tritt dadurch eine Sehverbesserung nach der Operation schneller ein, und die operationsbedingte Hornhautverkrümmung fällt geringer aus.

Eye Center Cologne an der Spitze

Mit rund 600 Hornhauttransplantationen belegt die Uniklinik Köln regelmäßig einen Spitzenplatz in Deutschland. Das Eye Center Cologne zählt national und international zu den Zentren mit der größten operativen Erfahrung und den höchsten Transplantationszahlen im Hornhautbereich. An der Kölner Universitätsaugenklinik werden mehr als 10% aller Hornhauttransplantationen in Deutschland durchgeführt. 

Künstliche Hornhaut: Boston-Keratoprothese und neues Forschungsprojekt der Europäischen Union

Zur Wiederherstellung der Sehschärfe bei Patienten mit schwersten Erkrankungen der Augenoberfläche (z. B. nach mehrmaligem Transplantatversagen, nach Verätzung oder auch im Rahmen immunologischer Erkrankungen der Augenoberfläche) ist der Einsatz von künstlichen Hornhäuten eine Therapieoption. Hier bietet das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln die Implantation von Keratoprothesen (z. B. Boston-Keratoprothese).

Des Weiteren leitet das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln ein europaweites Forschungsprojekt mit dem Ziel, neue innovative Möglichkeiten der Versorgung von schwersterkrankten Augen mit sogenannten „Biocorneas“ zu entwickeln.

Dieses von der Europäischen Union für vier Jahre unterstützte Forschungsprojekt möchte „biologisch-künstliche“ Hornhäute aus Kollagenen entwickeln, die im Lauf der Zeit von der Wirtshornhaut übernommen werden, um so Abstoßungsreaktionen zu vermeiden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.dmek.de und www.biocornea.eu