Augenheilkunde

Lamelläre minimalinvasive Transplantationschirurgie

Das Universitätsklinikum Köln ist national und international ein Vorreiter in der minimalinvasiven lamellären Transplantationschirurgie der Hornhaut. Mehr als 80% aller Transplantationen werden mit schonenden Teiltransplantationen durchgeführt (DMEK, DSAEK, DALK). Diese Techniken wurden weiter verfeinert, so dass es schonender zu schnelleren und besseren Sehschärfenerholungen kommt. Hier werden deutschlandweit mit die meisten Transplantationen durchgeführt.

Anti(lymph)angiogene Therapie zur Verbesserung des Transplantatüberlebens

Das neue Therapiekonzept zur anti(lymph)angiogenen Therapie bei Transplantationen zur Verbesserung des Transplantatüberlebens wurde federführend am Universitätsklinikum Köln entwickelt. Dabei werden in vaskularisierten Hochrisikoaugen vor der eigentlichen Transplantation pathologische Blut- und Lymphgefäße verödet. Das verbessert das anschliessende Transplantatüberleben durch weniger Immunreaktionen. Zusätzlich ist die Augenklinik an der Entwicklung neuer topischer Angiogenesehemmer am Auge beteiligt.

Seit 2015 unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine translationale Forschungseinheit, die sich auf neue Behandlungsmöglichkeiten für entzündliche und (lymph)angiogene Erkrankungen des Auges spezialisiert hat. Mehr Information zu dieser einzigartigen Forschungsumgebung erhalten Sie unter dem folgenden Link:  www.for2240.de

Künstliche Hornhaut und Bioprothesen

Im Rahmen eines EU Projektes treibt das Universitätsklinikum Köln die Entwicklung künstlicher Hornhäute für schwerst erkrankte Augen voran. Zusätzlich wird in einer Kooperation mit dem Massachusettes Eye and Ear Infirmary/Harvard Medical School die Boston Keratoprothese als weltweit am häufigsten verwandt Keratoprothese implantiert.

Minimalinvasive Stufentherapie des Glaukoms

Am Universitätsklinikum Köln werden deutschlandweit die meisten glaukomchirurgischen Operationen durchgeführt. Dabei wurden hier auch neue Therapiekonzepte u.a. durch schonende Kombination verschiedener Operationsverfahren in einer Sitzung entwickelt und etabliert.

Frauenheilkunde

Neues Konzept der onkoplastischen Therapie des Mammakarzinoms

Einen wichtigen Forschungsschwerpunkt der Uniklinik Köln bildet die ständige Weiterentwicklung und Optimierung der Therapie von Brustkrebs.

Im Bereich der operativen Therapien hat der Kölner Wissenschaftler Dr. Stefan Krämer nach jahrelanger Forschung ein Konzept entwickelt, das medikamentöse Therapien unter Einsatz neuer, maßgeschneiderter Substanzen mit innovativen Operationsmethoden vereint. Im Fall einer Brustkrebserkrankung sind so brusterhaltende Therapien ohne aufwendige plastische Eingriffe möglich.

Intraoperative Bestrahlung bei Brustkrebsbehandlung

Die Strahlentherapie wird in der brusterhaltenden Behandlung von Krebs eingesetzt, um Tumorzellen, die eventuell noch im Gewebe vorhanden sind, nach der Operation abzutöten. Bisher wurde die Strahlentherapie vor allem nach der Operation (postoperativ) eingesetzt. Bei der innovativen intraoperativen Strahlentherapie, die seit 2010 an der Uniklinik Köln zum Einsatz kommt, wird das betroffene Gewebe im Tumorbett noch während der Operation, nach der Entfernung des Tumors, gezielt bestrahlt.

Therapieansatz für Behandlung von Schwangerschaftsvergiftung

Rund 5 bis 8 % aller werdenden Mütter erkranken im Verlauf der Schwangerschaft an Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), einer mitunter lebensgefährlichen Krankheit. Um Mutter und Kind zu schützen, musste das Baby im Fall einer Erkrankung auch Wochen vor dem errechneten Geburtstermin per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden, andere Therapiemöglichkeiten gab es nicht.

Gemeinsam mit Forschern der Harvard Medical School in Boston gelang Kölner Wissenschaftlern ein großer Durchbruch. Durch ein Verfahren der Blutwäsche kann ein bestimmter Eiweißstoff ("sFlt1"), der für die Entwicklung einer Schwangerschaftsvergiftung von größter Bedeutung ist, aus dem Blut der betroffenen Frauen entfernt werden. Durch die Entfernung dieses Giftstoffes im Rahmen dieser Blutwäsche kann häufig eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft vermieden werden, so dass dem Baby wichtige Tage und Wochen zur Entwicklung im Mutterleib bleiben.