Bahnbrechende Erfolge der deutschen Forschung

Ionentherapie zur Krebsbehandlung

Die in Deutschland entwickelte Ionentherapie zur Krebsbehandlung ermöglicht es, Tumoren, die tief im Inneren des Körpers liegen, millimetergenau zu behandeln, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen. Die Ionenstrahlung ist schonender als herkömmliche Bestrahlungsverfahren. Hohe Heilungsraten und geringe Nebenwirkungen sind weitere Vorteile dieser neuen Therapieform

Gesteigerte Heilungserfolge beim Hodgkin-Lymphom

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Köln tragen maßgeblich zu deutschen Forschungserfolgen bei. Als Ergebnis der Arbeit einer vernetzten Studiengruppe konnten im Laufe der letzten 25 Jahre Diagnostik, Therapie und Nachsorge deutlich verbessert und die Heilungserfolge bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom verdoppelt werden.

FLASH-Technik in Kernspintomographen

Mit einer schnelleren Messmethode, der FLASH-Technik, revolutionierten deutsche Forscher Mitte der 1980er Jahre die Magnetresonanztherapie und trugen dazu bei, die Kernspintomographie als Standardverfahren in der medizinischen Diagnostik einzusetzen. Die FLASH-Technik ermöglicht es, innerhalb von Minuten komplexe mehrdimensionale Bilder des menschlichen Körpers zu erstellen und sogar das schlagende Herz abzubilden. Heute verwenden alle modernen MRT-Geräte diese Technologie.

Vereinfachte Stammzellenspende

Bis in die 1970er Jahre gingen Mediziner davon aus, dass Stammzellen im Knochenmark angesiedelt sind, eine Spende war nur über die operative Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenknochen möglich. Deutschen Wissenschaftlern gelang es, Methoden für die Gewinnung von Stammzellen mittels unaufwendiger Blutentnahme aus der Armvene zu entwickeln. Dieses Verfahren wird mittlerweile weltweit eingesetzt.

Minimal-invasive Chirurgie

Die Entwicklung minimal-invasiver Operationsverfahren wurde in erster Linie von deutschen Unternehmen getragen. Heute gelten diese schonenden Verfahren als Standard in fast allen Operationssälen. Auch im Bereich der Diagnostik bringt Deutschland Innovationen hervor. So brachte die deutsche Firma Siemens Healthcare gemeinsam mit einem japanischen Unternehmen im Jahr 2010 die patientenfreundliche magnetische Kapselendoskopie auf den Markt. Eine winzige Kamera wird vom Patienten verschluckt, von außen per Magnet gesteuert und liefert hochauflösende Bilder aus Magen und Darm.

Eine Impfung gegen Krebs

Ein deutscher Mediziner erkannte, dass humane Papillomviren vom Typ 16 und 18 Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Auf Basis dieser Erkenntnis ist es gelungen, einen Impfstoff gegen diese Viren zu entwickeln. Heute können sich weltweit Mädchen und junge Frauen gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen.


Wichtige Vertreter deutscher Medizingeschichte

  • Robert Koch

    Mit seinen Forschungsarbeiten zum Erreger von Milzbrand legte Robert Koch Ende des 19. Jahrhunderts den Grundstein im Kampf gegen Infektionskrankheiten, die in der damaligen Zeit eine ernsthafte Bedrohung für Mensch und Tier darstellten. Die Medizin blieb weitestgehend machtlos, bis es Robert Koch erstmals gelang, krankheitsverursachende Bakterien zu isolieren. Dank seiner Erkenntnisse ist es gelungen, die Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten einzudämmen. Dafür erhielt er 1905 den Nobelpreis.

    Geschichte 73
  • Max Delbrück

    Oft auch als „Vater der Molekularbiologie“ bezeichnet, entdeckte Max Delbrück in den 1930er Jahren die Bedeutung des DNS-Moleküls und bewies mit seinen Forschungsarbeiten, wie sich Gene durch Mutationen verändern können. Delbrück, eigentlich studierter Physiker, legte durch seine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Biologie den Grundstein für die moderne Molekularbiologie und erhielt dafür 1969 den Nobelpreis.

    Geschichte 74
  • Wilhelm Conrad Röntgen

    In der modernen Medizin helfen Röntgenstrahlung, Ultraschall oder Kernspintomografie, Krankheitsursachen frühzeitig und detailgenau zu erkennen, denn sie ermöglichen Einblicke in den menschlichen Körper. Ein Meilenstein für die Entwicklung bildgebender Verfahren wurde im Jahr 1895 gesetzt, als der deutsche Wissenschaftler Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannte Röntgenstrahlung entdeckte.

    Geschichte 75